Magazin [Abgeschlossen]

DOKUMENTATION

Im Herbst 2023 versuchten wir ein Video-Magazin für die Klimabewegung zu starten. Dies ist die Dokumentation der Inhalte der damaligen Website Klima in Bewegung – Journalismus zur Klimabewegung (2023 – 2024).

1. Sendung 001
2. Das Ende des Magazins
3. Worum geht es?
4. So stellen wir uns die Neue Zukunft vor
5. Wer wir sind
6. Team
7. Wen wir suchen
8. Podcast: In Bewegung


1. Sendung 001: Wie geht es weiter mit der Klimabewegung?

Jul 2, 2024
Transkript: Wir stellten neun Personen aus der Klimabewegung in der Schweiz, Deutschland und Österreich diese Frage.

Transkript [(automatisiert transkribiert, kann Fehler enthalten)]

Annika Kruse, Fridays for Future [DE]:
Ich bin mir ganz, ganz sicher, dass es sehr viele Menschen gibt, die wirklich diese absolut intrinsischen Motivationen haben, etwas gegen die Klimakrise zu tun. Entweder kommen existierende Bewegungen wieder hoch und haben ganz großen Aufschwung, oder es wird eine neue Klimabewegung geben.

Payal Parekh, Klimagerechtigkeitsaktivistin [CH]:
Wir müssen Leute aus der Arbeiterschicht, Leute auf dem Land, Leute mit Migrationshintergrund erreichen. Und wir machen das nicht, indem wir zu ihnen gehen und sagen, was zu tun ist, sondern zuhören, einfach offene Fragen stellen. Wie sehen Sie die Klimakrise? Was sind Probleme für Sie?

Manuel Grebenjak, Aktivist und Publizist, [AT]:
Worauf ich eigentlich hoffen würde (ist), dass man sich jetzt in dieser Phase eher mal gemeinsam hinsetzt und schaut: Was könnten wir denn ändern und was klappt gerade nicht, wo sind wir vielleicht in der Sackgasse? Und dann eben neue Wege geht.

Sprecherin Neue Zukunft:
Wie steht es eigentlich um die Klimabewegung? Um die Klimagerechtigkeitsbewegung? Gibt es neue Wege? Welche Strategien gibt es? Welche Aktionen sind geplant? Gibt es Resignationen oder neue Ideen, neue Bündnisse? Wir von der Neuen Zukunft wollen diese Fragen stellen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir meinen, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung Orte braucht, an denen sich ihre unterschiedlichen Akteure austauschen können, über Strategien debattieren, sich über Wirksamkeit streiten, sich miteinander verständigen. Zum Beispiel über die Frage, was bisher erreicht wurde.

Dr. Antje Daniel, Universität Wien:
Wichtig ist zu sehen, dass Fridays for Future im Jahr 2019 ganz viele Jugendliche politisiert hat. Vorher galten Jugendliche als politisch desinteressiert oder eher auch als hedonistisch und wenig als politisch interessiert. Fridays for Future ist einer jener Akteure, die dieses Narrativ in Frage gestellt haben und gezeigt haben, es sind die Jungen, die im Grunde genommen auch eine Vision einer lebenswerten, ökologisch nachhaltigen Zukunft mit einbringen wollen und diese auch gestalten wollen. […] Und wichtig ist auch zu sehen, dass nach fünf Jahren der Mobilisierung in vielerlei Hinsicht junge Menschen mit dem Thema der Klimapolitik in Berührung gekommen sind. Wir sehen aber auch, dass sich die Klimabewegung ausdifferenziert hat. Es sind neue Akteure entstanden, wie beispielsweise die Letzte Generation. Das heißt, hier wird ganz deutlich, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung auch immer wieder nach neuen Strategien sucht, um vor dem Hintergrund einer fünfjährigen Mobilisierung klimapolitische Anliegen nach wie vor in die Politik zu tragen. Das heißt, wir sehen auch eine Diversifizierung von klimapolitischen Anliegen.

Sprecherin Neue Zukunft:
Aber was genau ist eigentlich das Ziel der Klimabewegung? Was ist ihr klimapolitisches Anliegen? Geht es vor allem darum, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen? Oder geht es auch um die Verantwortung des globalen Nordens? Um umfassende Information oder um eine Änderung des eigenen Verhaltens? Bei den Europawahlen stand das Thema Klima längst nicht mehr an erster Stelle. Wie also geht es weiter mit der Klimabewegung?

Lea Bonasera, ehemals Letzte Generation, Publizistin [DE]:
Was die Mobilisierung und Sichtbarkeit angeht, denke ich, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung sehr erfolgreich war. Und trotzdem denke ich, dass man nicht da stehen bleiben kann. Dass es noch vieles gibt, was wir auch besser machen können, um noch erfolgreicher zu sein und unser Potenzial auszuschöpfen. Das ist zum einen, dass wir gerade eine sehr begrenzte Form von Taktiken verwenden. Also ich beobachte sehr viel, dass wir viel in die Richtung Demonstrationen gehen, auch Petitionen, solche Art von Protesten und eben auf der anderen Seite Disruption, also das Unterbrechen von Dingen, was beides legitime und valide Taktiken sind. […] Und ich denke auch, das Wichtigste ist, dass wir nicht nur Aufmerksamkeit haben, Sichtbarkeit, Menschen mobilisieren, sondern dass wir als Bewegung vor allen Dingen Macht haben und die Regierenden oder die Adressaten, das heißt jetzt die Unternehmerinnen, dazu bekommen, sich an den Tisch zu setzen und zu verhandeln.

Clara Thompson, Mobilitätsexpertin Greenpeace und Publizistin [DE]:
Ich würde sagen, dass ein Thema, das uns sehr beschäftigen wird in den nächsten Jahren, Wasser ist. Also das ist ja auch das, was gerade die Aktivistinnen in Grünheide versuchen, in ihrem Protest gegen Tesla. Auch ein sehr konkreter Kampf, der nochmal auf einem anderen Level ist im Sinne von, es geht jetzt nicht gegen einen deutschen Konzern, gegen eine deutsche Autobahn, die gebaut wird, sondern auch die globale Perspektive wird da viel mehr in den Fokus genommen. Auch etwas, wovon die Klimagerechtigkeitsbewegung schon lange spricht, ist, mehr auch über den globalen Süden zu sprechen und Auswirkungen der Klimakrise. Und ich würde sagen, das Thema Landwirtschaft ist auch noch nicht abgegrast. Ich kann mir vorstellen, dass da auch noch viel passieren muss. […] Aber ich würde sagen, gerade ist eine Phase, wo die Klimabewegung sich stark neu orientiert. Und überlegt, in welche Richtung es geht. Und ich glaube auch, nach den Erfahrungen im Hambacher Wald und im Dannenröder Forst vielmehr auch auf der Suche nach konkreten Kristallisationspunkten ist, anhand derer man eine viel klarere Geschichte erzählen kann darüber, was hier eigentlich auf dem Spiel steht. Das ist natürlich eh das große Problem, dass alles so abstrakt ist. Aber ich würde sagen, an diesen beiden Schauplätzen hat die Klimabewegung es geschafft, es sehr konkret zu machen. Und mein Gefühl ist, dass sie gerade wieder nach so einem Schauplatz sucht.

Julian Schütter, Letzte Generation [AT]:
Prinzipiell glaube ich, dass das Thema des solidarischen Kollaps immer präsenter werden wird. In meiner Einschätzung machen das schon einige Organisationen. Die meisten verstehen es noch nicht so. Also die Proteste bei Tesla zum Beispiel sind in meinen Augen schon eher Proteste für eine solidarische Kollapspolitik und weniger für CO2-Emissionen. Weil um was da wirklich gekämpft wird, ist die Frage, was wird in Zukunft in der Fabrik produziert? Sind es Luxuskarren für ein paar reiche Menschen oder sind es Lastenräder für sehr viele und öffentliche Verkehrsmittel für alle? Das sind halt auch die Fragen, die durch die Klimakatastrophe immer drängender werden, weil die Gefahr schon sehr stark besteht in dem System, wie es aktuell ist, dass sich die reichen Entscheidungsträger*innen immer noch mehr nehmen. Und sie werden es dann der Mittelschicht wegnehmen.

Payal Parekh, Klimagerechtigkeitsaktivistin [CH]:
Was ich sehe, das wir machen müssen, und meine Energie stecke ich dorthin, ist, dass eigentlich die Bewegung breiter werden muss. Das heißt, wir haben gesehen beim ersten Klimagesetz, das wir verloren hatten, 2021, es genügt nicht Leuten, die gut ausgebildet sind und in der Stadt wohnen, wir sehen nicht genug, dass es wirklich Klimaschutz gibt und Klimagerechtigkeit, was eigentlich wichtiger ist. Und das würde ich sagen, ist es, wir müssen Leute aus der Arbeiterschicht, Leute auf dem Land, Leute mit Migrationshintergrund erreichen. Und wir machen das nicht, indem wir zu ihnen gehen und sagen, was zu tun ist, sondern wirklich Leuten einfach offene Fragen zu stellen. Wie sehen Sie die Klimakrise? Was sind Probleme für Sie? Was möchten Sie sehen, das passiert? Merken Sie das auch mit dem Wetter? Und wenn das da ist, dann kann man anfangen, einen Austausch zu haben. Und sehr wichtig, dass wir die Klimakrise mit den Sozialkrisen auch zusammen verknüpfen. Weil wenn wir das machen, dann ist es sowieso besser, weil wir in Richtung Klimagerechtigkeit gehen, anstatt nur Klimaschutz.

Christian Kdolsky, Verein Klimavolksbegehren [AT]:
Die Frage ist immer, wie schnell kann diese Veränderung passieren? Und vor allem, wie wird es aufgenommen bei der Bevölkerung? Gibt es dann Widerstand dagegen? Und wie können wir die Bevölkerung ins Boot holen? In einer sehr schnellen Geschwindigkeit, aber eben auf Augenhöhe mit den Themen, die die Bevölkerung interessieren. Unser Zugang jetzt mit der Zukunftsallianz ist, wirklich darüber zu sprechen: Wie sieht denn eine positive Zukunft aus? Was ist denn der Nutzen für die Menschen da draußen? Wir wissen auch aus den Meinungsdaten, dass es da ein Bedürfnis gibt, dass da viele Leute nach Nutzen suchen und überzeugbar wären. Und das ist dann für mich auch wieder ein Beispiel dafür, dass die Klimabewegung an sich nicht gescheitert ist. Ich würde sogar nicht mal sagen, dass Last Generation gescheitert ist.

Annika Kruse, Fridays for Future [DE]:
Wir haben zum Beispiel bei der letzten Generation aber gesehen, dass durch deren Aktion das Verständnis für Klimaaktivismus nach unten gegangen ist. Das wurde stark geschwächt. Ich würde nicht sagen, dass man zwangsläufig daraus schließen kann, dass deshalb auch die letzte Generation die Klimabewegung geschwächt hätte. Aber man muss dann natürlich draufschauen, wie sehr will man, dass es das Verständnis gibt für Klimaaktivismus. Oder wie sehr will man auch provozieren, um dann wieder das Verständnis wieder neu zu schaffen mit einem neuen Diskurs. […] Wir sehen eine komplett eskalierende Klimakrise. Das Klima gerät komplett außer Kontrolle. Und ich bin mir ganz, ganz sicher, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich genau darüber Gedanken machen und die wirklich diese absolut intrinsischen Motivationen haben, etwas gegen die Klimakrise zu tun. Und ich denke, dass früher oder später die Bewegung, entweder kommen existierende Bewegungen wieder hoch und haben einen ganz großen Aufschwung, oder es wird eine neue Klimabewegung geben.

Tino Pfaff, Umweltaktivist und Campaigner, Publizist [DE]:
Ich glaube, dass diese politische Stimmung im Land, die nicht neu ist und die nicht irgendwie aufgeploppt ist, sondern die jetzt sichtbar ist und die einfach zu neuen Formationen geführt hat, ein ganz großes Problem ist. Und man sich eben fragen muss: Was macht man denn als Klimabewegung? Und bleibt man moralisch, ethisch richtig und sagt, wir haben das und das Problem und unsere Demokratie fußt auf einem antifaschistischen Verständnis und hier sind unsere Grenzen? Oder öffnet man sich halt und sagt, okay, wir müssen kalkulieren, wir brauchen viele Menschen. Es gibt Menschen, die haben ein bisschen komische Ansichten, aber eigentlich wollen wir in die ähnliche selbe Richtung und sind kapitalismuskritisch. Das ist die große Frage, die sich dauerhaft stellt und immer wieder stellen wird, und was es für Mittelwege da gibt. Das muss man so einfach sagen. Ich kann mir vorstellen, dass manchen das nicht gefällt. […] Wenn es darum geht, ob eine Radikalisierung schadet, ist, glaube ich, nochmal wichtig zu schauen, was ist mit Radikalisierung gemeint. Und das ist, glaube ich, auch vielen geläufig, dass es letztendlich ja nur darum geht, dass man eine ziemlich klare Linie fährt, dass man zurück zu bestimmten Inhalten kommt, dass man eigentlich die Dinge anspricht, die Dinge bei der Wurzel packt, also eigentlich die Probleme angeht, ohne da drum herum zu schweifen. Von daher ist ja der Begriff, oder die Begriffsbenutzung des Radikalisieren oder der Radikalisierung ja oft auch fehlgeleitet.

Marcel Hänggi, Gletscherinitiative, Publizist [CH]:
Ich muss zuerst mal gestehen, dass ich da ein bisschen ratlos bin. Oder sagen wir so, ich finde es schwierig, im Moment nicht zu verzweifeln, nachdem die Temperaturen seit einem Jahr jeden Monat Rekordniveau haben und gleichzeitig die politische Lage eher in Richtung Ignoranz geht. Und ich glaube, wir müssen, wie das ja eh schon gelaufen ist, vielgleisig funktionieren auf verschiedenen Stufen. Also versuchen, Gesetze zu erreichen auf parlamentarischem Wege, über Volksinitiativen. Aber auch den Druck auf der Strasse, na, ich sage jetzt nicht beibehalten, den müsste man wieder erhöhen. Und dann halte ich den juristischen Weg für wichtig. Trotz oder gerade auch weil dieses Urteil aus Strasbourg gegen die Schweiz jetzt auf so viel Protest gestoßen ist oder so viel Protest ausgelöst hat, glaube ich, dass das ein Weg ist, den wir unbedingt weitergehen müssen. Und wenn ich sage, Gesetze auf dem Weg, glaube ich, da muss man auch vielspurig fahren in Bezug auf, was für Ziele man anstrebt. CO2-Reduktion ist natürlich das Wichtigste, aber es ist nicht das Einzige. Also wir brauchen auch verkehrspolitische, landwirtschaftspolitische und so weiter Ansätze. Und da kann ich mir vorstellen, dass die Schweiz als sehr föderalistisch aufgebauter Staat den Vorteil hat, dass man in verschiedenen Regionen verschiedene Dinge tun kann. Verkehrspolitik ist sicher was für die Städte. Da gibt es ja auch schon einiges, die Stadt Basel mit ihrer Umweltverantwortungsinitiative, die erfolgreich war. Anderes wird eher auf dem Land besser funktionieren. Also ich glaube, wir brauchen Vielstimmigkeit.

Manuel Grebenjak, Publizist, Aktivist [AT]:
Es gibt diese drei Flügel der Bewegung. Die machen eben, was sie immer machen. Die versuchen so ein bisschen Neues, so kleine Experimente, aber im Prinzip blockiert der widerständige Flügel rund um die letzte Generation Straßen. Im Prinzip gehen Fridays for Future auf die Straße und demonstrieren mit ihren Bannern und Schildern. Und im Prinzip gibt es hin und wieder verschiedene größere und kleinere Aktionen des radikalen Flügels, wo irgendwelche fossile Infrastruktur blockiert wird. Und was da eben nicht passiert, und das ist es, worauf ich eigentlich hoffen würde im Sinne einer Veränderung, ist es, dass man sich jetzt in dieser Phase eher mal gemeinsam hinsetzt und schaut, was könnten wir denn ändern und was klappt gerade nicht, wo sind wir vielleicht in einer Sackgasse und dann eben neue Wege geht. […] Daraus würde ich gerne eine Lehre ziehen, nämlich, dass Politik und soziale Bewegungen nicht immer nur planbar sind, sondern dass es auch äußere Faktoren gibt, dass es sowas gibt wie Momentum, auf das man sich zwar vorbereiten kann, aber auf das man auch immer wieder schnell reagieren muss, wenn es dann eben soweit ist. Und in diesem Sinne würde ich hoffen, dass sich die Bewegung hinsetzt, sich überlegt, was könnten denn in den nächsten Jahren so viele Momente sein, wo vielleicht wieder mehr Menschen für uns erreichbar sind? Wie könnten die aussehen? Was brauchen wir, um dann effektiv sein zu können und wieder stärker sein zu können und mehr Einfluss haben zu können auf die Entwicklungen, die dann vielleicht passieren?

Sprecherin Neue Zukunft:
Starkregen, Überflutungen, Dürren, Hungersnöte, Extremwetter. Wir von der neuen Zukunft sind uns sicher, dass diese Klimakrise eine breite Klimabewegung braucht. Und einen besonderen Journalismus. Ein Journalismus, der kritisch und solidarisch über die Klimabewegung berichtet. Über und für die Klimabewegung.
[Ende Transkript]



2. Das Ende des Magazins

Jan 16, 2025 — by Team Neue Zukunft

Liebe Interessierte,

wir hatten uns viel vorgenommen: Die Neue Zukunft sollte ein Ort sein, der die Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz journalistisch solidarisch und kritisch begleitet, Hintergründe beleuchtet, Auseinandersetzungen und Widersprüche benennt, Einblicke und Einordnungen liefert, Diskussionen voranbringt und den Austausch fördert.

Heute, nach fast 1 ½ Jahren, müssen wir feststellen: Wir haben dieses Ziel nicht erreicht. Es fällt uns nicht leicht, aber wir legen unser Projekt nun erst einmal auf Eis.

Obwohl wir einiges geschafft haben: Eine Pilotsendung, in der zahlreiche Vertreter:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung zu Wort kamen und auf die wir viel positives Feedback erhalten haben. Einen Newsmonitor, der die aktuelle Berichterstattung zur Klimakrise auf den Websites von 12 deutschsprachigen überregionalen Medien beobachtet; einen Podcast, der Hintergründe und Reportagen bietet.

Warum wir dennoch aufgeben

Seit unserer Konzeptionsphase hat sich die Klimagerechtigkeitsbewegung stark verändert. Sie ist im aktuellen politischen Klima stark unter Druck, in ihrer inhaltlichen Ausrichtung und Organisierung oft diffus und scheint mit Ermüdungs- und Auflösungserscheinungen zu kämpfen. Deshalb war sie für uns auch nicht mehr in dem gleichen Maße begleit- und ansprechbar wie noch vor 1 ½ Jahren vermutet.

Gegen die Fortführung unseres Projekts spricht aber auch unser Anspruch auf Selbstorganisierung, partizipative Strukturen und der hohe Arbeitsaufwand in einem ehrenamtlichen Projekt.

Kurzum: Wir sehen mit unserem Projekt „Neue Zukunft – Klima in Bewegung“ gerade kein realistisches Veränderungspotential.

Was bleibt, sind gewachsene Beziehungen, der Newsmonitor und als eigenständiges Projekt der Podcast. Der noch nicht publizierte Newsletter sucht ein neues Zuhause, alle Infos dazu hier.

Wir danken allen fürs Engagement und die wertvollen Inputs.

Wir sehen uns in anderen möglichen Zukünften!

3. Worum geht es?

Die Klimakrise erfordert einen neuen Journalismus. Deshalb brauchen wir Dich für unser neues Online-Magazin. Für einen Journalismus, der sich solidarisch und kritisch mit der Klimagerechtigkeitsbewegung auseinandersetzt. Unser Newsmonitor zeigt: Die herkömmlichen Medien versagen in der Klimakrise und werden ihrem gesellschaftlichen Auftrag nicht gerecht, genügend Orientierung und Einordnung zu liefern.

Aber besondere Zeiten brauchen einen besonderen Journalismus. Den wollen wir zusammen mit Dir bei Neue Zukunft entwickeln. Journalismus zur und für die Klimagerechtigkeitsbewegung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Professionell, engagiert und nahe am Geschehen. Wir meinen, dass die Klimagerechtigkeitsbewegung Orte braucht, an dem sich ihre unterschiedlichen Initiativen und Akteure austauschen können. Über Strategien debattieren. Sich über Wirksamkeit streiten. Sich miteinander verständigen. Sich gemeinsam organisieren. Neue Zukunft will einer dieser Orte sein. Neue Zukunft findet online als Video, Podcast, Visualisierungen und Text statt. Mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und Formaten. Wir arbeiten daran, dass es hier bald regelmäßig etwas zu sehen gibt – mit Deiner Unterstützung geht das besser und schneller!

Und darum soll es gehen:

  • Um Strategien: Wer hat den Plan? Wer bestimmt die Richtung? Gibt es einen gemeinsamen Nenner? Wie kann der gefunden und entwickelt werden?
  • Um Bündnisse: Wer arbeitet warum und wie mit wem zusammen? Oder warum nicht? Wo gibt es bewegungsinterne Konkurrenz und ‘Berührungsängste’?
  • Um Verständigung: Ist die Klimagerechtigkeitsbewegung gespalten? Und ist das produktiv? Wie erreicht und involviert man benachteiligte Menschen? Was braucht es, um Gräben zu überwinden?

Aktuell sind wir ein Team aus etwa zwanzig Leuten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hinter uns stehen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen, die unser Vorhaben unterstützen.

Wir wollen mehr werden und uns professionalisieren. Also bring dein Können, deine Kompetenz ein, teile dein Wissen und lerne von anderen. Keine Zeit? Dann unterstütze uns bitte finanziell. Hier erfährst Du mehr über uns und wen wir suchen.


4. So stellen wir uns die Neue Zukunft vor

Wir starten ein Online-Magazin über die Klima(gerechtigkeits)bewegung in Österreich, der Schweiz und Deutschland.

Mit unserem Start heute bieten wir eine erste Skizze an. Davon, wie wir uns die Neue Zukunft als Online-Magazin über die Klima(gerechtigkeits)bewegung in Österreich, der Schweiz und Deutschland konkret vorstellen.

Drei Dinge wollen wir damit erreichen:

  • Wer sich für die Klima(gerechtigkeits)bewegung (KB) interessiert, findet bei Neue Zukunft einen Ort, der diese kritisch und solidarisch begleitet und nach journalistischen Prinzipien relevante Einblicke und Einordnungen liefert.
  • Wer sich medial in der Klimakrise engagieren möchte, kann sich auf unterschiedliche Weisen in das Projekt und seine Produkte einbringen.
  • Wer möchte, kann uns finanziell unterstützen, damit wir ein unabhängiges und professionelles Informationsangebot aufbauen können.

Neue Zukunft bietet ein Dach für verschiedene Formate, zu denen weitere hinzukommen können. Zum Start bieten wir drei an, ein viertes folgt in Kürze.

  • „Wie geht es weiter mit der Klimabewegung?“ fragen wir in der ersten Folge unseres Videoformats. In knapp 15 Minuten kommen neun Vertreter:innen der KB zu Wort – von Fridays for Future über Greenpeace bis zur Letzten Generation. Es gibt auch ein Transkript der Pilotsendung.
  • Der Podcast „In Bewegung“ ist ein Reportageformat. Er nimmt euch mit zu Akteuren der Klimagerechtigkeitsbewegung und in ihre verschiedenen Aktionsformen – von Demos über Besetzungen bis zu Blockaden. Die erste Folge kommt vom Protestcamp gegen den Autohersteller Tesla in Brandenburg (und liegt ebenfalls als Transkript vor).
  • In der interaktiven Visualisierung „Newsmonitor“ lässt sich die aktuelle Berichterstattung zur Klimakrise auf den Websites von 12 deutschsprachigen überregionalen beobachten.
  • Im Laufe des Juli starten wir einen Newsletter, der sich regelmäßig mit der Auseinandersetzung von Geistes- und Sozialwissenschaften mit der Klimabewegung und ihren Themen befasst. Verständlich und relevant, auch für Nicht-Akademiker:innen.

Möglich wurde dieser erste Aufschlag von Neue Zukunft durch die Arbeit von rund 20 Personen aus den drei Ländern (DE, AT, CH), die in den letzten sechs Monaten daran mitgewirkt haben. Und einer Reihe von Unterstützer:innen darüber hinaus. Etwa Auf sie mit Gebrüll, die uns beim Logo und Look halfen. Und nicht zuletzt auch durch unsere Interviewpartner:innen. Dank an alle!

Wir sind am Anfang mit unserem Projekt und möchten gerne noch besser, schneller und vor allem auch diverser werden – dafür suchen wir dich mit deinen Kompetenzen und Erfahrungen! Gerne kannst du uns auch finanziell unterstützen. Abonniere dafür bitte unseren Newsletter für einen monatlichen Beitrag.

Wir freuen uns, wenn Ihr uns unterstützt, Feedback gebt und die Neue Zukunft mit euren Freund:innen und Bekannten teilt.


5. Wer wir sind

Was wir vorhaben. Wie wir arbeiten. Und wer wir sind.

Außerordentliche Lagen erfordern außerordentliche Maßnahmen, auch im Journalismus. Mit ihrer vermeintlichen Neutralität, die häufig zur “False Balance” wird, werden herkömmliche Medien der Klimakrise und ihren Konsequenzen nicht mehr gerecht. Sie lassen immer größere Informationslücken – vor allem für all jene, die den politischen Handlungsdruck angesichts der existenziellen Bedrohung für alles Leben auf unserem Planeten schnell und stark erhöhen wollen.

Wir, die Neue Zukunft, bieten der Klimagerechtigkeitsbewegung dafür einen Ort. Weil sie der wichtigste Treiber für die notwendige gesellschaftliche Transformation ist, wollen wir näher an die relevanten Gruppen und Akteur:innen heranrücken, sie journalistisch begleiten und miteinander ins Gespräch bringen.

Unser Informationsangebot richtet sich an alle Menschen im deutschsprachigen Raum, die sich schon als Teil der Klimagerechtigkeitsbewegung verstehen. Aber auch an jene, die sich bisher “bloß” dafür interessieren. Denn wir wollen die Klimabewegung erweitern und ihre Anliegen stärken.

Wie wir arbeiten

Als kritische Sympathisant:innen der Klimagerechtigkeitsbewegung berichten wir nach journalistischen Prinzipien. Unser Fokus liegt dabei nicht auf den diversen Aktionsformen, sondern auf den dahinterliegenden Strategien und Methoden der vielen Gruppierungen in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz – ergänzt durch Berichte über relevante internationale Entwicklungen. Wir beleuchten Hintergründe, benennen Widersprüche und beschreiben Auseinandersetzungen, ohne die keine soziale Bewegung wachsen und Wirkung erzielen kann. Kurzum, wir rücken näher ran und suchen nach einer neuen, der Klimakrise angemessenen Grenze zwischen Aktivismus und Journalismus.

Dafür haben wir bisher in vier Arbeitsgruppen gebildet: Redaktion, Newsletter, Labor (Newsmonitor) und Koordination/Geschäftsbetrieb. Unsere Entscheidungen treffen wir im Konsentverfahren.

Unserer Arbeit liegen die ethischen Standards für Journalismus (Pressekodex) zugrunde.

Wer wir sind

Wir sind Medienschaffende aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Einige von uns arbeiten schon seit Längerem zur Klimakrise und ihren Auswirkungen. Zusammengefunden haben wir die ersten von uns sich Anfang 2023, um ein journalistisches Angebot für den deutschsprachigen Raum zu diskutieren und konzipieren, dass die bestehenden klimajournalistischen Initiativen und Formate sinnvoll ergänzt. Anfang 2024 erweiterte sich dann das Team auf die jetztige größe. Du kannst gerne mitmachen!

6. Team

Redaktion

  • Guillaume Amouret ist Freelance Journalist in Hamburg. Für französische, deutsche und europäische Medien schreibt er über Landwirtschaft, Energie und Umwelt.
  • Jonathan Humml ist freiberuflicher Journalist in Österreich.
  • Louisa Theresa Braun ist freie Journalistin in Berlin.
  • Claudia Krieg ist Journalistin und Redakteurin. Sie lebt in Berlin.
  • Ann-Sophie Henne lebt in Leipzig und ist freiberufliche Klimajournalistin, Podcast-Host und Speakerin. Sie ist Mitgründerin des journalistischen Projekts nachhaltig.kritisch.
  • Lorenz Matzat ist Journalist und Softwareproduzent. Er lebt in Zürich.
  • Friederike Mayer ist freie Journalistin und Lektorin. Sie lebt in Hamburg.
  • Frank Sonnenberg arbeitet derzeit als freier Crossmedia Journalist (Foto, Text, Video) und ist zertifizierter CSR-Manager. Sein Büro ist in Wuppertal.

Newsletter Social Science

  • Imme Petersen ist Wissenschaftsforscherin und Projektmanagerin in der Wissenschaftskommunikation. Sie lebt in Wien.
  • Philipp P. Thapa ist Ökologe, Philosoph und Autor. Er lebt in Greifswald.
  • Stefan Vicedom ist Umweltwissenschaftler, Publizist und Kurator. Er lebt in Berlin und Kapstadt.

Labor (Newsmonitor)

  • Ina Schieferdecker ist Wissenschaftlerin. Sie lebt in Panketal.
  • Felix Michel ist Datenjournalist und Webentwickler. Er lebt in Basel.
  • Norman Schumann ist Medienbeobachter und Datenwissenschaftler. Er lebt in Bochum.

Koordination / Geschäftsbetrieb

  • Elke Kuhne ist freiberufliche Journalistin und Moderatorin. Sie lebt in Berlin.
  • Daniel Seitz berät zu Nachhaltigkeit in Kultur und Medien. Er lebt in Zürich und Berlin.
  • Oliver Classen ist Mediensprecher und Campaigner. Er lebt in Zürich.

7. Mitmachen

Derzeit sind wir um die 20 Leute. Wenn Du einige Stunden im Monat in das Projekt einbringen kannst, wäre das super. Möglichst zügig wollen wir Honorare zahlen können. Wenn Du dazu beitragen kannst, dann gerne hier weiterlesen:

Du kannst schon Profi sein, aber auch mitmachen, um neue Techniken und Themen kennenzulernen. Denn wir wollen bei Neue Zukunft auch voneinander lernen und unser Wissen weitergeben.

Wenn Du Dich in Österreich, Deutschland oder der Schweiz journalistisch mit der Klimagerechtigkeitsbewegung auseinandersetzen möchtest, dann melde Dich!
Konkret suchen wir:
Reporter:in, Produzent:in, Rechercheur:in, Designer:in, Redakteur:in, Audio-Mensch, Planer:in, Coder:in, Strateg:in, Bastler:in, Koordinator:in, Ausdenker:in, IT-Mensch, Visualisierer:in, Finanz-Mensch, Gestalter:in, Legal-Expert, Fundraiser:in, Ausprobierer.

Für nicht sinnvoll halten wir ein Mitwirken von Dir, wenn Du aktiv in einem Teil der Bewegung organisiert oder Parteipolitiker:in bist.

8. Podcast

Link: In Bewegung

Zwei Folgen (2024/2025) – von Louisa Theresa Braun



— Ende der Dokumentation —